Ausstellung »Samizdat« im GULAG

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Die größte geopolitische Katastrophe des Jahrhunderts?

Was der damalige und jetzige russische Präsident mit seinem vor 10 Jahren geäußerten Bedauern über den Untergang der Sowjetunion meinte, wurde nun auch mit der Annexion der Krim und mit dem Krieg gegen die Ukraine kenntlicher. 25 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion werden in neo-stalinistischer Manier Menschenrechtsorganisationen wie Memorial, die sich für die Aufarbeitung politischer Verfolgung und für das öffentliche Gedenken an die Opfer engagieren, kriminalisiert, marginalisiert und in die Auflösung getrieben. Russische und ausländische Stiftungen, deren Gelder fehlende öffentliche Mittel für unabhängige Projekte ersetzen, werden nach pseudo-juristischen Überprüfungen verboten. Und zu all dem serviert der Kreml über die Fernsehpropaganda ein verhetzendes Weltbild, dessen hanebüchenen Absurditäten von breiten Bevölkerungsschichten völlig unkritisch aufgenommen werden. Dazu kommt allerdings auch, daß die Auswanderungsrate derzeit so hoch ist wie noch nie seit 1990.

Über die aktuelle Situation von NGOs in Rußland und über Veränderungen der Erinnerungskultur in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten diskutieren Arsenij Roginskij (Vorstand von Memorial Moskau), Jens Siegert (16 Jahre lang Leiter des Moskauer Büros der Heinrich-Böll-Stiftung) und Manfred Sapper (Publizist und Chefredakteur der Zeitschrift »osteuropa«).