Aus den Innenansichten der Empfindungen
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Mit Paul Nizon und Thomas Stölzel
Paul Nizon, der als Sohn eines russischen Emigranten in der Schweiz geboren und aufgewachsen ist und seit einigen Jahrzehnten als deutschreibender Autor in Paris lebt, gehört zu den eigenwilligsten Schriftstellern seiner Generation. Sein Werk bildet so etwas wie den – seit nun über ein halbes Jahrhundert – fortgesetzten Versuch, sich mit literarischen Mitteln der eigenen Existenz zu versichern, »sich schreibend das Leben anzueignen«. Die dabei entstandenen Romane, Erzählungen, Essays, Prosaminiaturen, Capriccios und Depeschen machen jedoch nur eine Seite dieser Schriftsteller-Existenz aus. Die andere Seite, das sind seine Journale, wovon bislang 4 Bände vorliegen, die Jahre von 1961–1999 umfassend; sie bilden so etwas wie »die Realitätsebene seines Schriftstelleralltags« (Wend Kässens) und stellen eines der anregendsten Künstlertagebücher der jüngeren Gegenwart und für ihren Verfasser ein unverzichtbares »Arbeitsinstrument« dar. Paul Nizon, der unlängst seinen 80. Geburtstag beging, wird im Gespräch mit Thomas Stölzel den Zusammenhang von Leben und Schreiben anschaulich machen und aus noch Unveröffentlichtem lesen.