Auf der Suche nach einem Weg: Symposium zum 100. Geburtstag von Klaus Mann
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Mit Prof. Dr. Irmela von der Lühe, Uwe Naumann, und vielen weiteren
Veranstaltet von Prof. Dr. Irmela von der Lühe, Institut für Deutsche und Niederländische Philologie, FU-Berlin, von Dr. Uwe Naumann, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, und vom Literaturhaus Berlin; Unterstützt von der DFG
Über Klaus Mann, den »dreifach Geschlagenen« (M. Reich-Ranicki: »Er war homosexuell. Er war süchtig. Er war der Sohn Thomas Manns.«), scheint alles gesagt. Eine medial noch immer leicht evozierbare Faszination aus Mitleid und Empörung, Einfühlung und Entsetzen bestimmt seit den 1970er Jahren die Rezeption dieses ebenso vielseitigen wie produktiven Autors. Der Streit um den »Mephisto«-Roman, die Veröffentlichung seiner Tagebücher, die Dokumentation über »Die Manns« (H. Breloer), Ausstellungen zu seinem 50. Todestag (23. Mai 1999) sowie zum 100. Geburtstag Erika Manns (»Die Kinder der Manns«): All diese öffentlichkeitswirksamen Ereignisse haben der Forschung zum Werk Klaus Manns kaum Impulse zu geben vermocht. Die biographische Lesart seiner Romane und Biographien, die Analyse der Essays und Erzählungen aus autorzentrierter Sicht bzw. aus der Perspektive einer sozialgeschichtlich-ideologiekritischen Einfluß- und Wirkungsforschung bestimmen noch immer die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einem Autor, dessen literarisches Œuvre im Spektrum der ästhetischen Avantgarde eher konventionell und dessen Selbstentwurf als Künstler und Intellektueller eher avantgardistisch anmutet. Das Symposium aus Anlaß des 100. Geburtstags wird die Klaus Mann- Forschung nicht nur bilanzieren, sondern auch Impulse und Neuansätze erproben und erörtern, durch die ein als Person, aber nicht mit seinem Werk kanonisierter Autor in neuem bzw. verändertem Licht erscheint.
18.00 Uhr Prof. Dr. Irmela von der Lühe: Begrüßung
18.30 Uhr Wilfried F. Schoeller (Berlin): Tägliche Aufzeichnungen. Schreib-Abenteuer des Diaristen Klaus Mann
19.30 Uhr Prof. Frido Mann und Prof. Vesselin Paraschkevov: Die Musik in den Werken der Schriftstellerfamilie Mann – ein Rezitationskonzert; anschließend Empfang
Freitag, 17. November
9.30 Uhr Fredric Kroll (Freiburg): Ist Klaus Mann ein »moderner« Autor?
10.30 Uhr Sascha Kiefer (Saarbrücken): Im »Land des Neunzehnten Jahrhunderts«. Geschichtskonstruktion und Künstlermythos in Klaus Manns Tschaikovsky-Roman »Symphonie Pathétique«
11.45 Uhr Gespräch zwischen Andreas Landshoff und Uwe Naumann
14.30 Uhr Gertrud Rösch (Heidelberg): »Dein Mephisto ist interessanter als der wirkliche …«. Über »Mephisto« als Schlüsselroman
15.30 Uhr Hans Richard Brittnacher (Berlin): Prinzessin Tebab – ein masochistisches Vollblut? Zur Figur der Juliette in Klaus Manns »Mephisto«
17.00 Uhr Moritz Schramm (Kopenhagen): Klaus Mann und Gottfried Benn – Stationen einer Beziehung
20.00 Uhr in der Anna Seghers-Bibliothek: Thalia Dia-Vortrag: Uwe Naumann »Klaus Mann zum 100sten«. Thalia-Buchhandlung in Zusammenarbeit mit dem Rowohlt Verlag und der Anna Seghers-Bibliothek: Prerower Platz 2, 13051 Berlin, Tel. (030) 92 79 64 22
Kartenvorverkauf: In der Bibliothek sowie bei Thalia im Lindencenter, Prerower Platz 1, 13051 Berlin, Tel. (030) 96 27 75-0
Samstag, 18. November
9.30 Uhr Ralph Winter (Göttingen): »Wir sind eine Generation« – Generationalität und ihre Inszenierung bei Klaus Mann
10.30 Uhr Stephan Braese (Berlin): »… unsere race maudite« – Klaus Mann und das Judentum
11.45 Uhr Jörg Jungmayr (Berlin): Religiosität und Homosexualität bei Klaus Mann
14.30 Uhr Karina von Lindeiner (London): Taking sides für Profiteure? Zeitkommentar und Zeitanalyse in Klaus Manns »Mephisto«, Ronald Harwoods »Taking Sides« und István Szabós Verfilmungen
15.30 Uhr Anke-Marie Lohmeier (Saarbrücken): Klaus Mann in den Medien. Modelle intellektueller Identität in Filmen über und Verfilmungen nach Klaus Mann
17.00 Uhr Michael Töteberg (Hamburg): Mit Klaus Mann ins Kino
Ab 19 Uhr im Schwulen Museum: Lange Nacht des Klaus Mann-Films
Schwules Museum, Mehringdamm 61, 10961 Berlin, www.schwulesmuseum.de
Sonntag, 19. November
10.00 Uhr Irena Swiatlowska-Predota (Wroclaw): Klaus Mann und/in Polen
11.00 Uhr Susanne Utsch (Berlin):Fiktionalisierte Vita: Das autobiographische Gedächtnis Klaus Manns in »The Turning Point« (1942) und »Der Wendepunkt« (1949)
12.15 Uhr Abschlußdiskussion
Kontakt:
Frau Glocker, Sekr. Prof. Dr. I. von der Lühe, Tel. (030) 838 54 419, E-Mail: symp100@zedat.fu-berlin.de; Anmeldung erbeten bis 1. November 2006