Arthur Schnitzler – Affairen und Affekte 26

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Mit Luigi Reitani

Mit Luigi Reitani

Traumdeutungen

Bereits in den 1880er Jahren hatte der sechs Jahre jüngere Schnitzler in medizinischen Journalen mehrfach Freuds Übersetzungen ob ihres Stils gelobt, später las er die »Die Traumdeutung« und »Studien über Hysterie«. Ebenso beschäftigte sich Freud mit Veröffentlichungen Schnitzlers, der bei den selben Professoren wie er studiert hatte. Zu einer längeren Begegnung beider kommt es erst im Juni 1922: Freud ist recht zurückhaltend, sich Schnitzler, seinem »alter ego«, zu sehr zu nähern und rühmt an ihm den ärztlichen »Collegen«, so wie Schnitzler an Freud vornehmlich dessen Sprachkünste würdigen will. Schnitzlers Briefe an Freud galten als komplett verschollen; zumindest einen Brief konnte Luigi Reitani mit Glück und dank intellektueller Ausdauer 1992 in Cambridge wiederfinden. Luigi Reitani (geb. 1959), der als Literaturwissenschaftler in Udine und Klagenfurt lehrt und als Übersetzer u. a. Hölderlin ins Italienische übertragen hat, spricht über Arthur Schnitzlers und Sigmund Freuds »Doppelgängerscheu«.