Arthur Schnitzler – Affairen und Affekte 7
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Mit Reinhard Urbach
Was Anatol wollen soll
Seine ersten Gedichte veröffentlichte Schnitzler 1889/90 unter dem Pseudonym »Anatol«; gleichzeitig schrieb er einen Zyklus von Einaktern, der im Oktober 1892 unter dem Titel »Anatol« erschien. Auf der Suche nach dem Ursprung dieses Vornamens wird man in französischen Konversationsstücken fündig, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vom Burgtheater aufwendig und wirkungssicher gespielt wurden und den jungen Schnitzler stark geprägt haben – seine wichtigsten Themen sind hier vorgebildet: die nicht gelebte, aber behauptete sexuelle Gleichberechtigung der Frau, der Widerstreit von Wirklichkeit und Wunschbild. Reinhard Urbach, Doyen der Schnitzler-Forschung, der neben seiner Arbeit am Burgtheater und am Wiener Theater der Jugend unzählige Werke Schnitzlers erschlossen, herausgegeben und kommentiert sowie an der Tagebuch-Edition mitgearbeitet hat, spricht über Arthur Schnitzlers Anfänge.