Arthur Schnitzler – Affairen und Affekte 30

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Mit Friedhelm Ptok

Mit Friedhelm Ptok

Verehrte gnädige und (einzig) maßgebliche Frau Suzanne

Im Juni 1921 läßt Arthur Schnitzler in München nach altem Ritual den Scheidebrief in Olga Gussmanns Hände fallen; seine Beziehung zu der 13 Jahre jüngeren Clara Katharina Pollaczek bleibt anstrengend; im Juli 1928 erschießt sich in Venedig seine Tochter Lili mit dem Revolver ihres Mannes; Schnitzler ist 66 Jahre alt. Unerwartet tritt mit Suzanne Clauser (1898-1981), seiner Übersetzerin ins Französische, noch einmal eine Frau in sein Leben, die ihm, wie »seit dreißig Jahren nicht«, »das Herz zersprengen will«. [Tagebuch, 1.5. 1930] Schnitzler bestimmt in seinem Testament S. Clauser, die in Wien geboren wurde, als Journalistin arbeitet und auch selbst schreibt, nicht nur als alleinige Inhaberin seiner französischen Rechte, sondern schickt ihr die wohl zärtlichsten seiner vielen Liebesbriefe: »- leben Sie wohl, gütige Frau Suzanne, ich küsse Ihnen die Hände und denke, die kommende Woche wird schöner sein.« [letzter Brief, 12.9. 1931]

Friedhelm Ptok liest aus den Briefen Arthur Schnitzlers an Suzanne Clauser.