Angela Rohr: »Lager«. Autobiographischer Roman

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  • Buchpremiere

Ausstellung »Samizdat« im GULAG

Buchpremiere mit Gesine Bey. Lesung: Judica Albrecht

Angela Rohrs Erzählen über das Leben im GULAG, über ihre Tätigkeit als gefangene und freie Lagerärztin hat einen individuellen Ton, Spannung, eine wiedererkennbare Sprache. Neben dem eigenen Leidensweg überliefert sie Geschichten ihrer Mitgefangenen und Patienten, Episoden und Konflikte zwischen »Politischen« und »Kriminellen«. Und sie greift in ihrem Roman »Lager« Motive aus ihrer Zeit als expressionistische Dichterin in Paris und Zürich auf.

Die gebürtige Österreicherin war 1925 mit ihrem Mann in die Sowjetunion gekommen, betrieb dort medizinische Studien, hielt Vorträge über Psychoanalyse, war ab 1928 Korrespondentin der Frankfurter Zeitung. Im Juni 1941 wurde sie unter Spionageverdacht festgenommen und zu fünf Jahren Haft verurteilt, dem folgten 11 Jahre Verbannung. 1964 schloß sie ihre autobiographischen Aufzeichnungen über den GULAG ab. Zu Lebzeiten erfüllte sich ihre Hoffnung nicht, ihre Texte auch zu veröffentlichen, zu denen die Gefängniserzählungen »Der Vogel« und »Die Zeit« gehören. Freundschaften mit anderen ehemaligen Lagerhäftlingen in Moskau halfen ihr gegen Trauer, Einsamkeit und Zweifel am Menschen.

Im Gespräch mit Susanne Utsch stellt Gesine Bey das von ihr herausgegebene, erst vor wenigen Tagen im Aufbau Verlag erschienene Hauptwerk der Angela Rohr vor.