Albrecht Selge: Die trunkene Fahrt

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Ein Ferienausflug im Sommer 1989: Ein übergewichtiger Musikkritiker und Roth-Händle-Raucher aus Westberlin, ein weltberühmter Pianist und HB-Raucher aus Hannover und ein einfältiger Jurastudent und Camel-Raucher aus Bologna wollen Südtirol abseits der touristischen Hauptrouten erkunden, geführt von einem dubiosen einheimischen Gymnasiallehrer, Gauloise-Raucher und Auskenner. Zu viert in einen engen Fiat Panda ohne Zigarettenanzünder und Sicherheitsgurte gequetscht, kutschieren sie kreuz und quer durchs Land. Bald stellen die Reisenden fest, daß ihr Chauffeur nur ein Bein und keinen Plan hat – dafür eine Schwäche für Gasthäuser und Rotweinkaraffen. So führt ihre Tour sie nicht nur zu verschlossenen Kirchen und in einsame Bergdörfer, sondern von Gasthaus zu Gasthaus. Mal heiter, mal tiefsinnig diskutieren sie über Bach, Beethoven, Literatur, Weltpolitik, Frauen und die Erschaffung der Welt aus alkalischem Salz. Je betrunkener sie werden, desto aberwitziger kreist ihr Disput zwischen Weisheit, Schalk und Wahn, hoher Kunst und derbem Leben, Tod und Vergessen. Auch steigt dann noch ein Passagier zu …

Albrecht Selge, geboren 1975 in Heidelberg,aufgewachsen in Westberlin, studierte Germanistik und Philosophie in Berlin und Wien. 2011 erschien sein erster Roman »Wach«, Er liest aus dem soeben bei Rowohlt Berlin erschienenen Roman »Die trunkene Fahrt«; Einführung und Gespräch Tobias Rüther.