Akte Grüninger. Die Geschichte eines Grenzgängers

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Nach der Besetzung Österreichs durch die Wehrmacht im März 1938 versuchten viele Juden in die Schweiz zu flüchten. Von einer daraufhin durch die Berner Behörden geplanten Visumspflicht für alle Reichsdeutschen wurde wieder abgesehen, nachdem die Schweiz im Herbst 1938 den Vorschlag aus Berlin akzeptierte, die Pässe deutscher Juden mit einem »J« zu kennzeichnen. Im August 1942 verfügte die Schweizer Regierung, dass aus Rassegründen Geflüchtete abzuweisen seien. Einige Schweizer ignorierten diese Anordnung und halfen dennoch. Historiker schätzen, dass während des 2. Weltkrieges ca. 25.000 Juden an der Schweizer Grenze zurückgewiesen und ca. 10.000 Juden von den Schweizer Konsulaten keine Visa erteilt wurden. Diese Zahlen betreffen nur die aktenkundig gewordenen Fälle. Der St. Galler Polizeihauptmann Paul Grüninger ließ 1938/39 mehrere hunderte, vielleicht sogar tausende jüdische Flüchtlinge über die Grenze. Doch die rigiden Schweizer Behörden statuierten an Grüninger schließlich ein Exempel.

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