Gerhard Henschel: Bildungsroman

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Gerhard Henschel liest aus seinem »Bildungsroman«. Einführung und Gespräch: Kurt Scheel.

24 Stunden Buch

Gerhard Henschel liest aus seinem »Bildungsroman«.
Einführung und Gespräch: Kurt Scheel.

Bielefeld im Februar: Es grenzte ans Unverschämte, was sich da so als Himmel ausgab. Eine miese Graupensuppe war das. Ein Eintopfgericht aus der Nachkriegszeit. Eine schleimige, verwaschene, von einem niederträchtigen oder durchgeknallten Wettergott zusammengerührte Lauge aus den billigsten und primitivsten Wolkenmaterialien. Dutzendware vom Grabbeltisch.
[Gerhard Henschel]

Im Jahre 1983 hat Martin Schlosser seinen Zivildienst bei der Bielefelder Arbeiterwohlfahrt beendet. Die Republik wird von Helmut Kohl regiert, die Grünen ziehen in den Bundestag ein und der Stern veröffentlicht »Hitlers Tagebücher«. Martin Schlosser entschließt sich zu einem Literaturstudium in Bielefeld und landet in den Vorlesungen von Professor Jörg Drews. Er lernt Walter Kempowski in Nartum kennen, zieht nach Berlin, studiert an der FU, besucht die Hofer Filmtage, verliebt sich mehrmals und benimmt sich regelmäßig daneben – bis der Roman mit einem Fragezeichen endet, das auch für die Notwendigkeit einer Fortsetzung steht.

Gerhard Henschel, 1962 in Hannover geboren, hat seit 2002 in sechs Romanen vom Leben der Familie Schlosser erzählt; sein soeben erschienener »Bildungsroman« (Hoffmann und Campe) ist der fünfte Band der Martin-Schlosser-Chronik.

Zusammen mit 24 Stunden Buch