Liebe Gäste,
endlich ist es soweit! Der sehnsuchtsvolle Blick über den Bauzaun hat ein Ende. Nach zwei Jahren Bauzeit öffnen wir die Türen und Tore der Fasanenstraße 23 und feiern unser Homecoming & Jubiläum! Alles Gute zum 40. Geburtstag, liebes Literaturhaus Berlin! Herzlichen Glückwunsch zur neu gewonnenen Barrierefreiheit, zur fertiggestellten Sanierung, zum digitalisierten Li-Be-Archiv und zur Erschließung neuer Räume für die Literatur!
Drei Tage wollen wir mit Ihnen unser wunderbares altes Haus und den schönsten Garten der Stadt feiern. Mit unseren tollen Gästen sprechen wir über Literatur auf der Bühne gestern, heute und in der Zukunft, über Mut und Ungehorsam, über die Einheit und diese verflixte Uneinigkeit.
Erfahren Sie mehr über die Geschichte der Fasanenstraße 23 in 9 ½ Objekten, gehen Sie mit uns auf filmische Entdeckungsfahrt von den ersten Bewohner:innen der Villa, über die Gründung des ersten Literaturhauses im deutschsprachigen Raum bis zur „Li-Be für die Stadt“-Tour durch ganz Berlin. Fahren Sie mit uns Fahrstuhl, bestaunen Sie die neue Bühne, lernen Sie Kamins Zimmer kennen und entspannen Sie im lichtdurchflutete Atrium. Wir sind wieder Zuhause! Und wer weiß, vielleicht schaut »dann und wann ein weißer Elefant«* vorbei.
Wir freuen uns auf Sie!
Ihre Janika Gelinek und Sonja Longolius
mit dem Team des Literaturhaus Berlin
*Rainer Maria Rilke »Das Karussell« 1907
1./2./3.10.
Eintritt frei
Festprogramm
Donnerstag 1.10. Homecoming & Jubiläum
14:00 Uhr
Literaturarchiv der AdK
Robert-Koch-Platz 10, 10115 Berlin
Treffpunkt: im Foyer des Gebäudes
Anmeldung unter: literaturarchiv@adk.de
Begrenzt auf 30 Teilnehmer:innen
Führung durch das neu erschlossene Archiv des Literaturhaus Berlin in der Akademie der Künste Berlin. Mit Gabriele Radecke, Leiterin Literaturarchiv der Akademie der Künste Berlin.
Vor der Sanierung 2024-2026 ging das Archiv des Literaturhaus Berlin an die Akademie der Künste Berlin, um es dort zu digitalisieren und leichter nutzbar zu machen. Auch dies ist – neben dem neuen Fahrstuhl – ein wichtiger Beitrag zur Barrierefreiheit und Zugänglichkeit, die wir für das Li-Be anstreben. Nutzen Sie die wunderbare Gelegenheit, sich den Archivbestand des Hauses anzuschauen und von der Leiterin des Literaturarchivs Gabriele Radecke alles genau erklären zu lassen!
17:00 Uhr
Willkommen in der Fasanenstraße 23!
Gemeinsam mit dem Freundeskreis laden wir herzlich in den Garten bei Getränken und kleinen Köstlichkeiten vom Café Wintergarten und zum Stöbern durch die Buchhandlung Kohlhaas & Company.
18:00 Uhr
Ausstellungseröffnung »Die Geschichte der Fasanenstraße 23 in 9½ Objekten«
Mit Sebastian Januszewski
Das Li-Be ist zurück in der Fasanenstraße 23! Zwei Jahre waren wir während der Sanierung des Hauses unterwegs und sind nun wieder im heimatlichen Hafen. Die Ausstellung »Die Geschichte der Fasanenstraße 23 in 9 ½ Objekten« stellt Ihnen 9 ½ Gegenstände aus der Historie des Hauses vor. Wir beginnen mit unserer Tour »Li-Be für die Stadt«, die im September 2024 begann und im Juni 2026 endete und uns durch alle 18 Berliner Stadtteile führte – an mehr als 80 Veranstaltungsorte.PS: Und warum ½ ? So aufregend unsere Zeit außerhalb des Hauses auch war, etwas fehlte: unsere andere Hälfte – die Fasanenstraße 23!
18:30 Uhr
Jubiläumseröffnung
Mit Janika Gelinek & Sonja Longolius und einem Grußwort von Franziska Giffey
»Fasanenstraße 23« Filmpremiere
Mit der Regisseurin Dorothea Nölle
»Oberkommissarin Popov & der Elefant im Raum«. Ein Monolog
Mit Vidina Popov
Seit dem »Letzten Heimspiel« im Juni 2024 war sie verschwunden: Berolina – unser weißer Elefant! Zwei Jahre lang ermittelte Oberkommissarin Popov (alias Vidina Popov) in diesem Vermisstenfall und suchte unser geliebtes Maskottchen in ganz Berlin. Doch Berolina blieb verschwunden. Heute mit Wiedereinzug in unser Zuhause hoffen wir auf ihre Rückkehr und setzen auf die geballte kriminalistische Kraft von Oberkommissarin Popov.
»Literatur auf der Bühne 1986, 2026 & 2066« Impulse & Gespräch
Mit Eva Horn, Johannes Franzen, Nora Haddada, Janika Gelinek & Sonja Longolius
Was wurde 1986 auf der Bühne des Literaturhauses verhandelt? Welche literarischen Fragen beschäftigen uns im Jahr 2026 und werden wir wohl 2066 alle wieder auf der Bühne rauchen? Diesen dringlichen Fragen der Literaturgeschichte und Zukunftsforschung möchten wir in kurzen Impulsen und einem Gespräch mit unseren Gästen – der Kultur- und Literaturwissenschaftlerin Eva Horn, dem Germanisten Johannes Franzen und der Autorin Nora Haddada – nachgehen.
21:00 Uhr
Musik & Sekt
»Celebration!«
Mit Fanny Tanck
Prost! Wir trinken auf die Fasanenstraße 23, das Li-Be und die Literatur mit Musik aufgelegt von der Moderatorin und Musikjournalistin Fanny Tanck.
Freitag 2.10. »I would prefer not to«: Mut & Ungehorsam
9:45 Uhr
Junges Literaturhaus
»Gedankenflieger – Philosophieren mit Kindern«
Von Mut & Hoffnung
Mit Eva Stollreiter
im Kaminzimmer
Das Junge Literaturhaus Berlin ist Flugplatz des erfolgreichen Bildungsangebots „Gedankenflieger“, das in diesem Herbst seinen 20. Geburtstag feiert! Ausgehend von Bilderbuchgeschichten und unterstützt von einem speziell für „Gedankenflieger“ konzipierten Magazin wird altersgerecht philosophiert. Zwischendurch wird gebastelt, gemalt und geschrieben. Die Workshops laden dazu ein, ohne Bewertung eigene Gedanken zu entwickeln, zu formulieren und zur Diskussion zu stellen, und diesmal dreht sich alles um Mut und Hoffnung! (Für 1. – 4. Klassen)
10:15 Uhr
Junges Literaturhaus
»Bevor der Himmel reißt«
Mit Amani Padda
Exkusiv für Schulklassen, empfohlen ab Kl. 8
Anmeldung: ericke@literaturhaus-berlin.de
Wir sprechen mit der jungen, in Sachsen lebenden Autorin Amani Padda über ihr in jeder Hinsicht aktuelles Buch: In »Bevor der Himmel reißt« stehen zwei Teenager, beide Kinder indischer Einwandererfamilien, im Mittelpunkt, die in ihrer sächsischen Kleinstadt für mehr Zusammenhalt und Offenheit eintreten. Ein berührender und vielschichtiger Coming of age-Roman über Migration und Rassismus, über Freundschaft, über queeres Leben und über den Mut, sichtbar und man selbst zu sein.
Amani Padda, »Bevor der Himmel reißt«, Arctis Verlag 2026
13.00 – 17.00 Uhr
Mut-Muskel-Workshop
Mit den Radikalen Töchtern
Anmeldung unter: info@literaturhaus-berlin.de
begrenzt auf 25 Teilnehmer:innen
Die Welt braucht neue radikale Ideen und Maßnahmen, wenn sie ihre Herausforderungen und Probleme lösen will. Vor allem aber braucht sie eins: Mehr Mut! Deswegen trainieren wir in unseren Workshops gemeinsam unseren Mutmuskel. Wir vermitteln Ansätze der Aktionskunst und des künstlerischen Aktivismus. Wir erzählen von Aktionen, unseren Methoden der Aktionskunst, Visionen und Banden bilden und inspirieren damit selber ins Handeln zu kommen. Anhand unserer Methoden der Aktionskunst tauchen die Teilnehmenden dann in einen Arbeitsprozess ein. Sie lernen wie die eigene politische Wut als emotionale Kompetenz in Mut und Aktionskunst umgewandelt werden kann. Ein politischer, kreativer, aktivierender Workshop als Inspiration für die eigene Haltung.
ab 18:00 Uhr
Eskapismus im Atrium zum Träumen und Entspannen
18:00 Uhr Panel in English
Wie viel Mut ist zumutbar? Über das Schreiben in der Autokratie und im Exil
Mit Irina Scherbakowa, Marko Vidojković, Stella Gaitano, Can Dündar. Moderiert von Paul-Henri Campbell. Aus dem Englischen dolmetschen Lilian Astrid Geese und Patricia Izomoh. In englischer Sprache mit deutscher Simultanverdolmetschung
In freiheitlichen Staaten genießen Künstler:innen, Schriftsteller:innen und Journalist:innen samt ihrem Schaffen den Schutz der Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit. Was aber, wenn dieser Schutz in Frage gestellt wird – oder ohnehin nie bestanden hat? Was bedeutet es, gegen den Widerstand eines Regimes anschreiben zu müssen – ästhetisch, politisch und persönlich? Vier Autor:innen aus Russland, Serbien, der Türkei und dem Sudan berichten von ihren Erfahrungen und geben Einblicke, was es heißt, unter dem Druck der Unfreiheit zu recherchieren, zu schreiben und zu veröffentlichen.
20:00 Uhr Saalschlacht
Wehret den Wählern?
Streitgespräch & Publikumsdiskussion mit Daniel-Dylan Böhmer und Frauke Rostalski & dem Publikum.
Moderiert von Thea Dorn
In Demokratien ist das Volk der Souverän – so oder so ähnlich steht es in allen Verfassungen und anderen demokratischen Grundsatzerklärungen. Allerdings entsteht ein Problem, wenn der Souverän politische Parteien wählt, die das oberste Prinzip der liberalen Demokratie, dass die Menschenwürde allen Menschen in gleicher Weise zukommt, verachten. Was tun, wenn man befürchten muss, dass diese Parteien darüber hinaus fundamentale demokratische Prinzipien wie etwa die Gewaltenteilung angreifen, sobald sie dazu die Möglichkeit haben? Muss die liberale Demokratie dann nicht gegen den Wählerwillen verteidigt werden – etwa durch ein Verbot extremistischer Parteien? Aber wie demokratisch kann eine Demokratie noch sein, in der das letzte Wort nicht mehr beim Wähler liegt, sondern bei einer Institution wie dem Bundesverfassungsgericht?
Ein Abend in Kooperation mit PEN Berlin
ab 21:30 Uhr Konzert
Roomwarming Kamins Zimmer
Mit Schilf und Valentin Rohrer & Marek Gabler
Man stelle sich einfach eine Schulband vor, nicht ganz professionell, vielleicht manchmal ein bisschen aufgekratzt, aber immer dem Lied verschrieben.
»Schilf« ist ein neues Bandprojekt von Sören Neun, das verschiedene Strömungen der deutschsprachigen Musik aufgreift und weiterspinnt. Berührungen mit der Liedermachertradition der Hamburger Schule, aber auch mit experimentellen Projekten wie »Brannten Schnüre« und »Einstürzende Neubauten« sind erlaubt, wobei sich Schilf nicht als Nostalgieband versteht! Es geht nach vorn. Die Texte muten häufig erst vage und referenziell an, entpuppen sich dann aber doch als etwas Handfestes, sie formen das Bild meist langsam und werden nie ganz fertig. Klirrende Percussion von Gustav Kemps, Steve Reich-artiges Klavierspiel von Lilian Bennett-Schaar und Freak-Folk-Gitarre von Valentin Rohrer kochen eine neue Suppe, anstatt einfach die alte wieder aufzuwärmen.
Samstag 3.10. »Ich war’s. Ich hab die Berliner Mauer umgeschmissen«: Einheit & Uneinigkeit
11.00 – 15.00 Uhr
Mut-Muskel-Workshop
Mit den Radikalen Töchtern
Anmeldung unter: info@literaturhaus-berlin.de
begrenzt auf 25 Teilnehmer:innen
Die Welt braucht neue radikale Ideen und Maßnahmen, wenn sie ihre Herausforderungen und Probleme lösen will. Vor allem aber braucht sie eins: Mehr Mut! Deswegen trainieren wir in unseren Workshops gemeinsam unseren Mutmuskel. Wir vermitteln Ansätze der Aktionskunst und des künstlerischen Aktivismus. Wir erzählen von Aktionen, unseren Methoden der Aktionskunst, Visionen und Banden bilden und inspirieren damit selber ins Handeln zu kommen. Mit den Mitteln der Aktionskunst befähigen wir dich deine Anliegen und Ziele zu formulieren und Wege zu entwickeln, diese zu erreichen. Ein politischer, kreativer, aktivierender Workshop als Inspiration für die eigene Haltung. Bei Croissants und Orangensaft kommen wir ins Gespräch, tauschen uns aus und bauen genau das auf, was es für mutige Ideen braucht: Gemeinschaft.
17:00 – 18:00 Uhr
Live Podcast »Berlins schönste Seiten«
Felix Müller, Janika Gelinek und Sonja Longolius sprechen über »Bücher von 1986 bis zum Mauerfall auf der Li-Be Bühne«
40 Jahre nach der Eröffnung des ersten Literaturhauses im deutschsprachigen Raum nehmen wir uns im Live Podcast drei Neuerscheinungen aus dem Jahr 1986 zur Brust, die damals im Li-Be präsentiert wurden und schauen, wie sie gealtert sind. Janika Gelinek, Sonja Longolius und Felix Müller sprechen in der 75. Ausgabe von »Berlins schönste Seiten« live auf der Li-Be Bühne über Brigitte Kronauers »Berittener Bogenschütze«, Barbara Honigmanns »Roman von einem Kinde« und »Buch der Könige« von Klaus Theweleit.
19:30 – 21:30 Uhr
Lesung und Gespräch
Niewiedervereinigung?
Jana Hensel, Paula Fürstenberg und Lukas Rietzschel im Gespräch mit René Schlott
»Niewiedervereinigung« heißt das Memoir von Paula Fürstenberg, dem wir ein Fragezeichen in unserem Titel hinzugefügt haben, denn genau darüber möchte der Historiker und Journalist René Schlott (1977 in Thüringen geboren) mit seinen Gästen sprechen. Wie schauen am 36. Jahrestag der Wiedervereinigung Paula Fürstenberg (geboren 1987 in Brandenburg), und Jana Hensel (geboren 1976 in Sachsen) in ihren Erinnerungsbüchern auf ein Land zurück, das es nicht mehr gibt und wie bringt Lukas Rietzschel (1994 in Sachsen geboren) die dringlichen Fragen der deutsch-deutschen Zeitgeschichte in eine literarische Form?
Jana Hensel »Es war einmal ein Land«, Aufbau 2026
Paula Fürstenberg »Niewiedervereinigung«, KiWi 2026
Lukas Rietzschel »Sanditz«, dtv 2026
21:30 Uhr
Tu’s nicht ohne Li-Be
Musik & Humor mit der Humorarbeiterin Caro Korneli
Dank
Wir danken der LOTTO Stiftung Berlin für ihre großzügige Unterstützung des Jubiläums, der Ausstellung und der neuen Webseite. Wir danken Knoll International und minimum einrichten für das Sponsoring des neuen Bühnenmobiliars und den Freunden und Förderern des Literaturhauses Berlin für ihre generöse Spende für die Ausstattung des Großen Saals, nach einem Entwurf unseres großartigen Gestalters Marc Bausback.
